An unserer Schule gibt es Menschen, die zuhören, beraten und unterstützen – ganz ohne Notendruck, ohne Stress und ohne Bewertung. Es sind die Vertrauenslehrer*innen, und sie spielen eine wichtige Rolle, die oft unterschätzt wird. Herr Lotz und Frau Windau-Kemmerer übernehmen diese Aufgabe seit etwa vier Jahren, und ihre Arbeit reicht weit über den Unterricht hinaus. Sie kümmern sich um die Sorgen der Schüler*innen, um Konflikte oder einfach darum, dass jemand mal ein offenes Ohr hat. Doch wie gelangt man in diese Position? Herr Lotz beschreibt es so: „Wer Vertrauenslehrer*in wird, wird nicht einfach ernannt, sondern von den Schüler*innen vorgeschlagen und gewählt. Man kann nichts tun, um Vertrauenslehrer zu werden – man kann es nur sein.“ Damit wird sichergestellt, dass die gewählten Lehrer*innen das Vertrauen der Schülerschaft genießen. Die beiden gehen jedes Jahr durch alle E-Phasen, damit wirklich jeder weiß, wer sie sind – und sie nicht nur ein Name auf einem Papier bleiben.
Die Themen, mit denen Schüler*innen zu den Vertrauenslehrer*innen kommen, sind ebenso vielfältig wie die Menschen selbst. Herr Lotz erzählt: „Die Anliegen sind sehr unterschiedlich – mal sind es Sorgen wegen Noten, mal geht es um Konflikte mit Mitschülern oder um private Probleme, die die Schule betreffen.“ Frau Windau-Kemmerer ergänzt: „Manchmal sind es große Probleme, manchmal kleine – aber für uns ist jedes Anliegen wichtig.“ Besonders in der Oberstufe kommen viele Schüler*innen auf die Vertrauenslehrer*innen zu, wenn es um Zeugnisse oder Noten geht, aber auch bei persönlichen Sorgen oder Streitigkeiten unter Mitschüler*innen stehen sie bereit.
Ein Gespräch mit den Vertrauenslehrer*innen beginnt meistens damit, dass sie ein offenes Ohr haben. „Wir hören immer erst einmal zu und versuchen, die Situation sachlich zu betrachten. Nur so kann man gemeinsam überlegen, wie es weitergehen kann“, erklärt Frau Windau-Kemmerer. Die Gespräche können sowohl als Einzelgespräche stattfinden als auch in kleinen Gruppen. Wer möchte, kann eine Freundin oder einen Freund mitbringen, damit man sich wohler fühlt. Die beiden betonen, dass alles, was besprochen wird, vertraulich bleibt. „Alles, was uns mitgeteilt wird, bleibt bei uns. Wir würden nur dann aktiv werden, wenn der Schüler es ausdrücklich wünscht“, sagt Frau Windau-Kemmerer.
Gerade für Schüler*innen, die noch zögern, den ersten Schritt zu gehen, haben die beiden ermutigende Worte parat. Herr Lotz erklärt: „Es kostet Überwindung, zu uns zu kommen. Aber wir versuchen, den Schüler*innen von Anfang an die Angst zu nehmen und Mut zu machen.“ Frau Windau-Kemmerer fügt hinzu: „Niemand sollte Hemmungen haben, wir sind immer für sie da.“ Die Botschaft ist klar: Vertrauenslehrer*innen sind keine Richter, sondern Begleiter.
Die Arbeit der Vertrauenslehrer*innen ist eng verknüpft mit anderen Unterstützungsangeboten an der Schule. So arbeiten sie zusammen mit Frau Schwarz, der Schulsozialarbeiterin, und mit der Schulseelsorgerin Frau Djukic. Zusammen können sie den Schüler*innen ein Netzwerk bieten, in dem jede*r die Person findet, bei der er oder sie sich am wohlsten fühlt. Herr Lotz beschreibt die Zusammenarbeit so: „Mit vier Personen im Team kann jeder Schüler selbst wählen, wer ihm am besten helfen kann. Das macht es für alle einfacher und gibt Sicherheit.“
Erreichbar sind die Vertrauenslehrer*innen auf verschiedene Arten: Man kann sie direkt ansprechen, über Mail, Schulportal oder WhatsApp kontaktieren und einen Termin vereinbaren. „Wenn es dringend ist, kann man uns auch jederzeit in der Schule aufsuchen“, sagt Frau Windau-Kemmerer. So wird es einem leicht gemacht, den ersten Schritt zu gehen.
