Die Interschutz ist die größte Messe im Feuerwehr- und Rettungsdienstbereich, sie findet alle fünf Jahre in Hannover statt. Dieses Jahr gab es auf rund 120.000m2 Fläche über 1700 Aussteller aus mehr als 50 Ländern. Ihre Produkte beziehungsweise Dienstleistungen für die Bereiche Feuerwehr, Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz, Leitstellentechnik und ähnliches wurden dabei vorgestellt. Darunter waren neue Unternehmen, die versuchen ein Standbein in diesem Bereich zu finden, aber auch bereits fest etablierte Marken, die Neuheiten vorstellen wollten, vertreten. Neben den unterschiedlichsten Marken waren dort auch viele Personen, darunter auch Influencer, auf der Messe anzutreffen, eine Gemeinsamkeit haben jedoch fast alle Messebesucher, ihr Interesse an diesem Bereich.
Dieses Jahr stand die Interschutz unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“, also der Zukunft der oben genannten Bereiche, hierzu stellten einige Firmen ihre Einsatzmöglichkeiten von Drohnen dar, das begann bei eher kleinen Drohnen, die (teilweise auch automatisch) zur Erkundung gedacht sind, beinhaltete aber auch eine bis zu 100kg schweren Drohne, die direkt mit einem Wasserschlauch selber Löschmaßnahmen durchführen kann. Jedoch wird auch das Gegenteil, nämlich die frühzeitige Erkennung fremder bzw. feindlicher Drohnen wichtiger, ein Aussteller präsentierte hierfür seinen Drohnenerkennungswagen, der mithilfe unterschiedlicher Techniken Drohnen frühzeitig erkennt und entsprechend Alarm schlägt, genutzt wird dies unter anderem bei größeren Festen, aber auch Sportveranstaltungen, wie zum Beispiel einem Formel 1 – Rennen.
Moderne Technologien sind aber auch unter Umständen Alternativen zu altbewährten Produkten, so gibt es beispielsweise externe Wärmebildkameras, die sich direkt an den Helm klicken lassen, sodass man stets die Hände frei hat und dennoch einen Überblick über die Temperaturen in dem Brandraum hat. Dies gibt es sowohl als externe Variante, um es sich an den Helm zu machen, aber auch als Variante, bei der eine „Brille“ unter die Atemschutzmaske gezogen wird, diese Brille projiziert das Wärmebild dann über das tatsächlich Gesehene. Beide Varianten sind sogenannte „Handsfree Wärmebildkameras“ und bieten eine Alternative zu den in den meisten Feuerwehren genutzten Wärmebildkameras, die in der Hand gehalten werden müssen.
Auch für den Atemschutz gibt es Integrationen einer Wärmebildkamera, wo man hierzulande häufig lediglich seinen restlichen Druck anzeigen lassen kann, hat eine Firma aus China ein Barometer mit integrierter Wärmebildkamera entworfen, sodass man hin- und herschalten kann zwischen seinem aktuellen Druck, und der Wärmebildkamera. Desweiteren wird der Druck dauerhaft an ein Anzeigetableau außerhalb des Gefahrenbereichs übermittelt, sodass eine durchgehende Überwachung stattfinden kann.
Wie auf jeder Messe gab es auch hier einen Stand der Bundeswehr, zum einen weil sich die Bundeswehrfeuerwehr, als Teil der zivilen Abteilung der Bundeswehr, vorgestellt hat, jedoch wurde hier auch Mitgliederwerbung betrieben. Die Bundeswehrfeuerwehr hat eher große Fahrzeuge, die bereits viel Wasser an die Einsatzstelle bringen, da in Teilen der Einsatzbereiche (Übungsanlagen etc.) eine schlechte Anbindung an das Wassernetz herrschen kann.
Aber auch andere Organisationen waren auf der Interschutz vertreten, beispielsweise stellte die Österreichische Bundesbahn einen Löschzug vor. Dabei handelt es sich um einen regulären Zug, an welchem eine Vorrichtung zur Wasserabgabe befestigt ist. Dieser Zug kann bis zu 300 Personen aus einer Tunnelanlage oder ähnlichen Bereichen der Bundesbahn evakuieren, des weiteren kann der Zug durch den Löschmonitor bereits eigenständig kleinere Löschmaßnahmen durchführen.
Neben Österreich waren aber auch diverse andere Länder, beispielsweise die USA, China, Spanien und die Schweiz mit diversen Methoden für die unterschiedlichsten Einsatzlagen vor Ort. Ein paar Amerikaner stellten beispielsweise vor, dass eine zusätzliche Atemluftleitung entlang des Schlauchs verläuft, sodass wenn die mitgeführte Flasche mit Luft leer geht, eine Redundanz gebildet wird. Ein spanisches Unternehmen stellte eine in die Jacke und Hose integrierte Absturzsicherung vor, sodass man nur einen Karabiner in eine in der Jacke integrierte Schlaufe einhängen muss und sollte man dann stürzen, wird man in einer aufrechten Sitzposition aufgefangen. Chinesische Hersteller zeigten neben der Handsfree Wärmebildkamera aber auch noch ein Brunnenrettungssystem, dabei handelt es sich um ein Dreifußsystem mit einer Kamera, die man in einen Schacht herablassen kann, um zu prüfen, wie tief die Person ist. Die Kamera hat auch einen Lautsprecher und ein Mikrofon integriert, sodass man auch mit der Person reden kann.
Die verschiedenen Stände waren aber nicht ausschließlich zum Anschauen, man konnte auch viele Sachen selbst ausprobieren, zum Beispiel die Wärmebildkameras oder auch das integrierte Absturzsicherungsset, aber auch diverse Nebelmaschinen in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Nebelfarben.
Es bestand auch die Möglichkeit an verschiedenen Übungen teilzunehmen (nach Vorweisen der entsprechenden Zertifikate) oder diese anzuschauen. Übungen waren beispielsweise eine Flugzeugbrandbekämpfung, das Retten von Personen aus einem verunfallten PKW oder das Retten eines verunfallten Feuerwehrmanns aus verschiedenen Lagen.
Neben den verschiedenen technischen Unterstützungen für den Menschen, wurden auch Roboter vorgestellt. Diese Roboter können beispielsweise in Bereichen, in denen ein Mensch nur mit viel Schutzausrüstung oder teilweise gar nicht gehen kann, arbeiten.
Neben Wissenswertem und Neuerungen gab es, wie auf jeder Messe, selbstverständlich auch auf der Interschutz verschiedene Goodies an diversen Ständen. An einem Stand hat man zum Beispiel eine feuerfeste Tasche für Powerbanks bekommen, an einem anderen Stand ein kleines Tool mit einem Federkörner (zum zerstören von Fensterscheiben an einem verunfallten PKW). Auch Keile für den Feuerwehrmann im Innenangriff konnte man sich an mehreren Ständen kostenlos mitnehmen.