Unser Deutsch-LK hat sich auf den Weg nach Mainz gemacht, um die Johannes Gutenberg- Universität kennenzulernen – und hat zu Beginn noch nicht geahnt, dass wir dabei mehr Mensen sehen würden als in unserem gesamten bisherigen Schulleben existiert haben. Kaum angekommen, sind wir nämlich von einem Studienbotschafter in Empfang genommen worden, der uns ausführlich durch die wichtigsten Bereiche der Universität geführt hat. Zwischen verschiedenen Hörsälen, Bibliotheksbereichen und zentralen Uni-Spots haben wir schnell ein Gefühl dafür bekommen, wie vielseitig und lebendig der Alltag an einer großen Universität aussieht. Diese Vielschichtigkeit ist nicht nur durch die Größe des Campus, sondern auch durch all die unterschiedlichen Fachbereiche und die Atmosphäre zwischen Seminarräumen und offenen Lernzonen deutlich geworden. Auch die vielen Mensen, an denen wir vorbeigekommen sind – jede mit ihrer eigenen „Persönlichkeit“ – haben uns gezeigt, dass Studieren nicht nur aus Vorlesungen besteht, sondern offenbar auch aus der Qual der Wahl zwischen Pasta, Curry und drei Sorten Mensa-Kaffee.
Die Johannes Gutenberg- Universität in Mainz ist eine der zwanzig größten Universitäten Deutschlands. Ihre Wurzeln reichen bis 1477 zurück, doch in ihrer heutigen Form wurde sie erst 1946 nach dem Zweiten Weltkrieg von der französischen Besatzungsmacht neu gegründet. Ihr offizielles Motto lautet: „Ut omnes unum sint – Dass alle eins seien“. (https:// de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universit%C3%A4t_Mainz). Nach diesem Grundprinzip bietet die Universität in 10 Fachbereichen insgesamt 297 Studienangebote an. Unser Studienbotschafter Jonah hat sogar erklärt, dass es sich dabei, bis auf wenige Ausnahmen, um jeden Studiengang handelt, der in Deutschland mehr als einmal angeboten wird. Der Schwerpunkt jedoch liegt in der Forschung, was durch seine eigene Aussage „eine der wesentlichen Voraussetzungen für ihre internationale Konkurrenzfähigkeit [ist]“ (https://www.uni-mainz.de). Allein im Prüfungsjahr 2024 wurden 563 Promotionen abgeschlossen, davon 312 von Frauen, was einem Anteil von 55% entspricht (https://he.uni-mainz.de/daten/ standardberichte-und-reporting/jgu-im-ueberblick/). Betreut werden die 30.000 Studenten, die aus 120 verschiedenen Nationen stammen, von 591 Professoren. Das entspricht etwa 13% der Gesamtbevölkerung in Mainz und spiegelt somit die vielseitige und internationale Ausrichtung der Universität wider. Neben ihrer akademischen Vielfalt, werden aber auch akademische Traditionen gepflegt: Jonah hat erzählt, dass es üblich sei, dass Absolventen eines Masterstudiengangs vor dem Philosophicum versuchen, auf die Skulptur „Pferd und Mann“ zu klettern, um ihren Abschluss zu feiern. Obwohl das Studium theoretisch gesehen nur ein paar wenige Monate von der Schulzeit entfernt ist, sind uns doch einige erwähnenswerte Unterschiede aufgefallen. Beispielsweise die Größe des Geländes, auf dem sich der Campus befindet, lässt sich nicht ansatzweise mit unserem Schulgebäude vergleichen. Denn während wir uns, abgesehen von der Sporthalle, nur in einem Gebäude aufhalten, erinnert die Uni Mainz schon fast an eine kleine Stadt. Unzählige Gebäude die sich auf tausenden von Quadratmetern befinden, beinhalten dort die verschiedenen Fakultäten und Studienbereiche. Auch wohnen kann man, im Gegensatz zur Schule, direkt auf dem Campus. Ein weiterer grundlegender Unterschied ist die vorherrschende Anonymität des Einzelnen, die sich durch das ganze Uni-Leben zieht. Anders als wir es kennen, ist man hier nur eine x-beliebige „Nummer“ und unterscheidet sich kaum bis gar nicht von den anderen Studenten. Von persönlichen Gesprächen oder individuellem Feedback des Lehrkörpers sollte man also nicht mehr ausgehen. Auch die Eigenverantwortung spielt an der Universität eine viel größere Rolle, da man nun fast alle Bereiche „selbst in der Hand hat“ und sich somit seinen ganz eigenen Alltag schaffen kann. Als Beispiel hierfür zeigte uns Jonah seinen Stundenplan, der beispielsweise montags und dienstags erst um 18 Uhr beginnt, aber dafür dann bis 3 Uhr in die Nacht geht. Verglichen mit unserem Schulalltag also völlig absurd. Die typische Vorstellung der winzigen Zimmer und geteilten Badezimmer in Studentenwohnheimen ist aus der Fantasie über den Studentenalltag beinahe nicht mehr wegzudenken. Zugegebenermaßen haben die Wohnsiedlungen an einem kalten, regnerischen Dezembertag auch wenig glamourös gewirkt- aber preiswerter kann man in einer Studentenstadt wie Mainz nicht wohnen. In Studentenstädten reichen die utopischen Mietspiegel für ein WG- Zimmer bis zu knappen 800€- in diesem Fall kommt man in einer Wohngemeinschaft an der Johannes Gutenberg- Universität, wo die Preise bei 353€ aufwärts liegen, deutlich günstiger davon. Natürlich variieren die Angebote je nach Lebensstil, Beziehungsstatus und persönlichen Wohnungspräferenzen. Sowohl für Familien, als auch Alleinlebende ist mit unterschiedlichen Angeboten, die beispielsweise für ein Familienzimmer auf bis zu 784€ steigen, gesorgt. Wobei die Preise in den verschiedenen Wohnheimen auf dem Campus variieren und das Wohnheim in Hechtsheim am preiswertesten ist. Es müssen auch keinem überteuerten Möbelhaus die Türen eingerannt werden, denn alle Zimmer sind möbliert, was hier so viel heißt wie: Sie sind mit einem Bett, Schrank, Schreibtisch, Stuhl, Regal und einem Kühlschrank ausgestattet- die Grundausstattung eben. Für alles, was darüber hinausgeht wie Bettzubehör, Geschirr und Handtücher, muss selbst gesorgt werden. Gemäß dem Studentenklischee haben die Möbel wahrscheinlich schon mehr Mieter überlebt, als einem lieb ist, aber wahrscheinlich macht genau das den Charme des einfachen Studentenleben aus. Aber Achtung: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder besser gesagt: der frühe Bewerber unterschreibt den Mietvertrag. Auf der Universitätswebsite heißt es, man solle sich „so früh wie möglich“ bewerben- laut unserem Studienbotschafter bedeutet das in etwa 6 Monate früher. Wenn man dann aber nach diesen 6 Monaten sein Zimmer bezogen hat, ist durch die Johannes Gutenberg- Universität auch für reichlich Angebote außerhalb der eigenen vier Wände gesorgt. Die Johannes Gutenberg- Universität in Mainz bietet den Studenten verschiedene Angebote, um den Alltag der Studenten abwechslungsreicher zu gestalten. Auf dem weitläufigem Campus gibt es mehrere Mensen, bei denen die Studenten von morgens bis abends verschiedene Essensangebote wahrnehmen können und mit ihrem Studentenausweis auch digital bezahlen können. Dazu kommen verschiedene Essens- Wagen, die auf dem Campus verteilt sind oder Studienzweige, die zum Beispiel während der Weihnachtszeit Waffeln oder Glühwein verkaufen. Ebenso befinden sich Bars und Restaurants in verschiedenen Gebäuden, bei denen sich die Studenten gerne zum Essen oder Trinken treffen. Des Weiteren bietet die Universität fast 80 verschiedene Sportarten an, bei denen sich mehr als 12000 Sporttreibende pro Woche anmelden. Die Studenten können sich bei allen Sportarten frei einwählen. Dabei sind die meisten Sportarten umsonst oder zumindest deutlich günstiger als für nicht Studenten. Dabei können die Sportarten sich sehr stark voneinander unterscheiden. Von Tanz und Leichtathletik bis zu Fechten und Unterwasserrugby ist alles dabei. Zudem hat uns der Studienbotschafter durch den Botanischen Garten geführt, der rund 10 Hektar Fläche umfasst. Der Garten bietet den Studierenden viele Sitzmöglichkeiten, die zwischen Rosenbäumen und exotischen Pflanzen vor allem im Sommer wahrgenommen werden. Außerdem gibt es mehrere Bibliotheken, die zahlreiche Sitzmöglichkeiten und Materialien zur Verfügung stellen. Neben einer Zentralbibliothek gibt es auch fachspezifische Bibliotheken, die spezielle Materialien zur Verfügung stellen. Auch einen Copyshop für alle bietet die Universität an. Außerdem finden regelmäßig Messen oder Informationstage, wie zum Beispiel eine Berufsmesse, an dem Tag als wir die Uni besichtet haben, statt. Wie uns Jonah berichtet hat, findet ein Mal im Jahr der Tag der offenen Uni statt, an dem alle Studiengänge vorgestellt werden. Zudem gibt es auch verschiedene Uni-Angebote, die abends stattfinden. Von Studentenvorstellungen vom Studienbereich Theater bis hin zu Kino-Abenden in der sogenannten Muschel, in der tagsüber Vorlesungen stattfinden, oder Studenten-Partys ist für jeden etwas dabei. Trotz einer Vielzahl verschiedener Parkmöglichkeiten, sind diese häufig voll belegt. Dafür haben die Studenten ein ÖPNV-Ticket, mit dem sie die gut vernetzte Universität erreichen können. Vor allem für Studenten, die in Mainz wohnen, spart die Alternative von öffentlichen Verkehrsmitteln viel Zeit. Die Universität hat verschiedene Standorte, die in ganz Mainz verteilt sind, wie beispielsweise der medizinische Bereich. Dieser ist ebenfalls mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Fahrrädern schnell erreichbar. Auch wir haben das gut vernetzte Verkehrssystem genutzt und sind in kürzester Zeit zu den verschiedenen Standorten sowie dem Weihnachtsmarkt am Dom St. Martin gelangt. Genau in diesem Dom fand ein schöner Ausklang des Ausfluges statt. Ein kurzer Rundgang durch diesen zeigt die beeindruckende romanische und gotische Bauweise des 13. Jahrhunderts. Auf dem Weihnachtsmarkt konnten wir uns dann mit ‚alkoholfreiem Winterpunsch‘ aufwärmen und von Stand zu Stand schlendern. Ob Kartoffelpuffer oder Schokofrüchte, jeder hat das gefunden was er gerne mag. Gerade die elf Meter hohe Weihnachtspyramide am Eingang des Marktes sticht einem durch ihre detaillierten Figuren besonders ins Auge. Zusätzlich bilden die handgeschnitzten, lebensgroßen Krippenfiguren an der Gotthardkapelle des Doms nicht nur einen wunderbaren Treffpunkt, sondern sorgen vor allem für eine weihnachtliche Stimmung. Am Ende können wir nicht nur behaupten, den Campus der Uni Mainz kennengelernt zu haben, sondern auch die kulinarische Landkarte sämtlicher Mensen im Umkreis von fünf Gehminuten. Die Mischung aus informativem Rundgang und entspanntem Abschluss am Dom und auf dem Weihnachtsmarkt haben den Tag abwechslungsreich und eindrucksreich gemacht. Für unseren Kurs ist dieser Ausflug nicht nur informativ gewesen, sondern auch eine Gelegenheit, einen kleinen Vorgeschmack auf mögliche zukünftige Wege zu bekommen.
(AutorInnen: Hofsommer, Max Phillip/ Matthes, Melina Sophie/ Ott, Anna Julia/ Rubal, Hannah-Sophie/ Rüberg, Nina/ Walther, Luzie/ Wieczorek, Annika Evi/ Wöll, Aliya Jasmina)






